Archive for Februar, 2010

Was wurde eigentlich aus den Menschen in den Bergen von Port au Prince?

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Die Geschichte dieser Menschen hat es nie groß in die Medien geschafft. Auch ich hatte sie nur in einem Tweet erwähnt. Vielleicht liegt es daran, dass die Leute in den Bergen hinter Port au Prince nicht so sehr auf Hilfe angewiesen sind, wie die Opfer in der Stadt. In diesen Dörfern gibt es fast nichts, was das Erdbeben hätte zerstören können – obwohl die Siedlungen nur 50 Kilometer vom Epizentrum entfernt sind.

haitiberge5 Die wenigen Häuser, die hier gebaut worden waren, stehen nicht mehr. Doch die Opferzahlen sind niedrig, weil die meisten Menschen in Hütten schlafen, es keine dichte Bebauung gibt. Strom, Telefon – das alles hat hier eh nie existiert.

Als wir (Nicole und ich) uns mit der Kindernothilfe auf eine dreistündige Autofahrt und einen ebenso langen Fußmarsch steil aufwärts begaben, hatten wir noch keine Ahnung, was uns erwarten würde, denn in den Bergen waren noch keine Helfer eingetroffen. Wir sahen Zerstörung, trafen Verletzte – aber die meisten Menschen hatten schon wieder einen Alltag. Sie begrüßten uns fröhlich (“Bonjour, Bleichgesichter!”), in einem Dorf öffneten die Männer mit einer Machete Kokosnüsse, damit wir die Milch trinken konnten, sie pflückten und teilten Zitrusfrüchte für uns (ein Mischmasch aus Zitrone und Orange, dessen Namen ich mir nicht merken konnte). Fast schon ein Glücksmoment im Vergleich mit den Eindrücken aus der zetrümmerten Hauptstadt.

Trotzdem ist auch dies eine Geschichte, deren Fortgang verfolgenswert ist. Alle Schulen wurden zerstört und müssen wieder aufgebaut werden. Nachdem die Kindernothilfe sich einen Eindruck gemacht hatte, gibt es nun den Beschluss, dass sie den haitiberge12 Wiederaufbau mit dem nötigen Material unterstützt, das vor Ort nicht zu bekommen ist – die komplette Arbeit aber von den Dorfbewohnern selbst erledigt wird. Die Männer und Frauen haben bereits dankbar zugestimmt. Diesmal sollen es keine Steingebäude werden, sondern Schulen aus Holz – zur Sicherheit. Der Gedanke dahinter: Wenn die Leute selbst mit anfassen, dann sind sie auch stolz auf das Geleistete – und tragen mit Verantwortung, dass ihr Schulprojekt ein Erfolg wird.

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Februar 25th, 2010 at 5:28 pm

Wie geht’s weiter an der Schule, in der über 200 Kinder starben?

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carrefourschule1  

Während unserer Zeit in Haiti hat uns alle wohl dieses Bild ganz besonders entsetzt: die zusammengestürzte Schule in Carrefour. Auch, wenn sich Leid kaum mit Zahlen beschreiben lässt: Rund 350 Kinder gingen hier zur Schule, als das Beben die Erde erschütterte. Kein Helfer schaffte es bis hierher. Eltern und Nonnen konnten 69 Kinder lebend retten, 150 bargen sie tot. 130 Opfer liegen noch immer unter den Trümmern. Die Schwestern, die die Schule geleitet hatten, hatten sich ein kleines Notlager eingerichtet. Ansprechbar war keine von ihnen. Zu tief war der Schock. Junge Menschen klopften mit kleinen Hammern die Wände ein, suchten nach weiteren Leichen.

Kollege Kai Feldhaus schrieb damals für BILD: Es kann auf dieser Welt keinen traurigeren Ort geben als die Schule „St. Francois de Sales“, hoch in den Bergen über Carrefour in Haiti.

Auch ich hatte nach diesen Eindrücken kurzzeitig aufgehört, die User in Deutschland weiter per Twitter zu informieren. Erst am nächsten Tag hatten wir das Gesehene einigermaßen verarbeitet. Wir alle fragten uns damals, wie es hier jemals so etwas wie Zukunft geben kann.

Jürgen von der Kindernothilfe, den wir damals an diesen furchtbaren Ort begleitet hatten, sprach stundenlang mit den Menschen vor Ort, machte sich sein eigenes Bild und plante, wie man den Leuten wohl helfen könne.

Erste Sofortmaßnahme: Schon einen Tag später hatte er Nahrung für die Schwestern an der Schule besorgt. Ziel war es, den traumatisierten Frauen, denen nichts geblieben ist, langsam eine Rückkehr ins Leben zu ermöglichen, damit sie sich später selbst helfen können.

Nun schrieb mir Jürgen eine Mail, die zumindest hoffen lässt, dass diese Strategie aufgehen wird. Letzte Woche habe es erstmals eine große Lebensmittel- und Hilfsgüterverteilung an die Familien der beim Schuleinsturz getöteten und verletzten Kinder gegeben – organisiert von den Schwestern an der Schule. Das Material kam von der Kindernothilfe – doch die Schwestern selbst werden langsam wieder aktiv und sind bereit, wieder am Leben teilzunehmen.

Auch über einen Wiederaufbau denke man nach – noch sei es aber zu früh, mit den Schwestern vor Ort darüber zu sprechen. Dafür sitzt das Trauma noch zu tief. Vielleicht gibt es in den nächsten Wochen hoffnungsvolle Nachrichten dazu.

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Februar 24th, 2010 at 2:11 pm

Haiti: Die Eindrücke der BILD-Reporter

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Ich_Kai_Ben nicole Egal, wie krisenerfahren man ist: Ein Einsatz wie Haiti lässt wohl bei jedem Reporter seine Spuren zurück. Drei Kollegen und ich waren eines von drei BILD-Teams, das über die Lage vor Ort berichtete, um den Menschen zu zeigen, wie wichtig es ist, hier zu helfen.

Unser Team: Kai Feldhaus (Text), Benjamin Weinkauf (Foto), Nicole Zimmermann (Video) und ich (Text)

Hier einige Beispiele der Ergebnisse unserer Arbeit.

Artikel auf BILD.de bzw. in BILD:

Videos:

Fotos:

  • Hier der private Fotoblog von Ben Weinkauf – mit beeindruckenden Bilder und Texten.

Twitter:

  • Hier die Twitter-Berichterstattung in der Übersicht

Radio (Interview mit den sehr netten Kollegen von Radio Bonn/Rhein Sieg zu meinen Eindrücken von Haiti, zweiteilig)

  • Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

    Quelle: Radio Bonn/Rhein Sieg

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    Quelle: Radio Bonn/Rhein Sieg

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Februar 17th, 2010 at 1:30 pm