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Was machen eigentlich die Fraggles?

Mit diesem Bild werben die Fraggles aktuell für ihre eigene Ausstellung. Foto: The Jim Henson Company
Gestalten wir es mal besonders spannend: Da gibt es jemanden, der sein bizarres Handwerk am liebsten verborgen in unterirdischen Gemäuern ausübt. Aber irgendwann kommt das plötzliche Karriere-Aus – und der Typ wird weggesperrt. Eingeschlossen hinter einer Wand aus Glas. Jahrelang. Tag für Tag muss er ungeschützt die neugierigen Blicke seiner Besucher erdulden. Und vermutlich denkt er die ganze Zeit über daran auszubrechen. Dieser Tag wird kommen. Und wenn er kommt, dann… Dann wird sein Schaffen in einem großen Spielfilm verarbeitet.
Klingt ein bisschen wie das Leben von Hannibal Lecter und “Das Schweigen der Lämmer” – trifft aber auf jeden Fraggle ebenso zu.
Eigentlich war es hier nicht mein Hauptziel, den Verbleib von drolligen Puppen zu recherchieren. Aber nach dem letzten Herr-von-Bödefeld-Beitrag kamen diverse Nachfragen zu anderen Helden unserer Kindheit: Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt, Gordon, Bob, Susanne, Herr Huber (alte Sesamstraße) oder eben nach dem Werdegang der Fraggles (weitere Vorschläge – auch zu Personen aus Fleisch und Blut – gerne mal nicht per Twitter oder Mail sondern hier, dann verlier ich sie nicht). Ich habe mir die Fraggles rausgepickt, um damit vorerst den Themenkomplex “Puppen in Rente” zu schließen. Und die aufregende Nachricht vorab: Die Fraggles kehren zurück!
Natürlich gehören auch die Fraggles zur großen Jim-Henson-Familie. Und obwohl “Tier” aus der Muppet-Show schon als musikalischer Rebell galt, legten die Fraggles noch eine Schippe drauf. Oder wer hat es bislang sonst geschafft, xavier-naidoo-hafte Songtexte mit Jodel-Einlagen zu verfeinern? Unerreicht ist auch bis heute der Wissensschatz der allwissenden Müllhalde Marjorie, die als Orakel diente. Mir waren sie allerdings manchmal zu hektisch.
Zwischen 1983 und 1987 gab es fünf Fraggles-Staffeln im kanadischen Fernsehen. In Deutschland zeigte das ZDF 85 Folgen (Quelle: Wikipedia). Die erste gute Nachricht für Fraggle-Fans: Noch immer werden die Folgen unregelmäßig wiederholt. Auf Anixe HD kann ich die Serie offenbar abonnieren (ich hab’s nicht), der Junior-Kanal hatte die Fraggles zumindest bis vor kurzem noch im Programm (hier kann man einen Antrag auf Wiederaufnahme ins Programm stellen).
Wiederholungen hin oder her: Die Schauspieler waren natürlich auf einen Schlag arbeitslos und viele von ihnen landeten, wie oben bereits angedeutet, hinter Glas (rechts das Schock-Foto).
Wer also acht Dollar und ein Flugticket nach Atlanta zur Hand hat, kann die Fraggles persönlich im Center for Puppetry Arts besuchen – in der Ausstellung “Jim Henson: Wonders from his Workshop”. Die Info, die man schnell online findet, dass diese Ausstellung 2009 ausläuft, stimmt übrigens nicht.
Wer nicht so weit reisen will und dennoch eine tiefe Fraggle-Sehnsucht verspürt, wird sich über diese Nachricht freuen: Derzeit wird an einem Fraggle-Kinofilm gearbeitet! Seit 2005 laufen schon die Planungen. Bislang ist nur bekannt, dass Gobo, Wembley, Mokey und Boober ein Abenteuer außerhalb ihrer Höhlengänge erleben und auf Menschen treffen. Aktuell ist die Rede davon, dass der Film 2011/2012 in die Kinos kommt – vorher schielte man schon mal auf 2008 oder 2009. Eine schöne Historie dazu mit “Macher”-Zitaten gibt es hier.
Den Fraggles geht es also prima und sie starten (hoffentlich) von Neuem durch. Wer selbst die Wartezeit nicht mehr aushalten kann, dem empfehle ich einen Blick auf YouTube (hier das Original-Intro). Ich habe jedenfalls seit mehreren Minuten wieder den guten, alten Ohrwurm: Singt und schwingt das Bein… Klatsch Klatsch… Lasst die Sorgen Sorgen sein…

