Archive for the ‘Vergessene Helden’ tag

Das traurige Schicksal von Elmo aus der Sesamstraße

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Ich bin mir nicht sicher, ob bei mir das Mitleid überwiegt, dass ein Kinderstar dermaßen um Aufmerksamkeit betteln muss – oder die Freude darüber, dass sich dieser Blog in Sesamstraßen-Kreisen offenbar international herumgesprochen hat…

Ich gehe zumindest einfach mal davon aus, dass aufgrund der Herr-von-Bödefeld-Berichterstattung vor einigen Wochen nun auch andere Sesamstraßen-Cast-Mitglieder den Drang verspürt haben, mich offensiv anzugehen, um in einem Beitrag erwähnt zu werden (und dulde keinen Widerspruch zu dieser selbstherrlichen Theorie). In diesem Fall war es so, dass wir ganz arglos durch New York schlenderten, als plötzlich Elmo, der knallrote Grobi-Verschnitt, uns erspähte und uns mächtig übermotiviert zuwinkte. Ich war zunächst recht verwirrt, schließlich ergibt es gar keinen Sinn, hier nach dem Motto “Was wurde eigentlich aus…” nachzuforschen, was der Dreieinhalbjährige so treibt, da er noch auf Sendung ist.

Erst, als ich mir später das flink gemachte Handy-Foto genauer angeschaut habe, kam langsam Verständnis für sein Buhlen um Beachtung auf: Insgesamt siebeneinhalb New Yorker laufen an Elmo vorbei oder stehen neben ihm – und nicht einer würdigt ihn eines Blickes. Also: Hier das Bild, damit sein Bemühen nicht ganz umsonst war (außerdem hege ich eine gewisse Grundsympathie für Elmo, da wir am selben Tag Geburtstag haben):

Elmo bettelt um ein wenig Aufmerksamkeit

Elmo bettelt um ein wenig Aufmerksamkeit

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Mai 2nd, 2010 at 9:28 pm

Was macht eigentlich Andreas Türck?

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Mehrere Leute haben mich in den letzten Tagen gebeten, mal aufzuschreiben, was aus Andreas Türck geworden ist. Der Grund für das plötzliche wiederkehrende Interesse ist klar: Zur Zeit steht mit Jörg Kachelmann erneut ein Prominenter wegen eines nicht bewiesenen Vergewaltigungsvorwurfs im Rampenlicht der Medien (zur Erinnerung: Türck wurde komplett und eindeutig freigesprochen).

Der Weg von Andreas Türck lässt sich schnell nachzeichnen: Nach seinem Freispruch 2005 hat sich der Ex-TV-Moderator und Pro7-Star zunächst weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. 2007 gründete er dann mit pilot media das Unternehmen pilot entertainment, das Web-TV-Formate entwickelt und produziert. Dort ist er Gesellschafter. Seine Karriere lässt sich online schnell nachlesen, u.a. bei Wikipedia oder in seinem Lebenslauf bei pilot selbst. Natürlich hat sich jemand, dessen Gesicht ganz Deutschland kennt, nie ganz vom Promi-Status verabschieden können. Aber es war wohl auch nie das Ziel von Andreas Türck, sich komplett zurückzuziehen. Wieso auch?! Er hat ja nichts verbrochen! Ebensowenig schließt er eine Rückkehr als Moderator komplett aus. In einem Interview mit news.de aus dem Juli 2009 sagte er:

Was die Moderation betrifft: Ich sage niemals nie. Wenn sich eine Möglichkeit bietet, auf die ich Lust hätte, die mich reizt und die dem digitalen Zeitalter entspricht, dann kann ich mir das gut vorstellen. Aber momentan ist das einfach nicht im Fokus. Mein jetziger Job füllt mich den ganzen Tag aus.

Natürlich kommt im Zusammenhang mit Andreas Türck und dem Strafprozess auch oft die Frage auf, ob nicht die Presse seine TV-Karriere auf dem Gewissen habe. Sehr eindeutige Meinungen dazu lassen sich ja zügig finden und nachlesen. Ich selbst war damals in keiner Weise involviert – und da ich meinen BILD-Job und dieses private Blog-Hobby nicht vermischen möchte, verzichte ich auf eine “öffentliche” Einschätzung zur Rolle der Medien bzw. von BILD in diesem “Fall”. Wer dennoch daran interessiert ist: einfach anmailen – dann können wir gerne Meinungen austauschen.

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April 2nd, 2010 at 8:30 pm

Was machen eigentlich die Fraggles?

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Mit diesem Bild werben die Fraggles aktuell für ihre eigene Ausstellung. Foto: The Jim Henson Company

Mit diesem Bild werben die Fraggles aktuell für ihre eigene Ausstellung. Foto: The Jim Henson Company

Hannibal Lecter

Hannibal Lecter

Gestalten wir es mal besonders spannend: Da gibt es jemanden, der sein bizarres  Handwerk am liebsten verborgen in unterirdischen Gemäuern ausübt. Aber irgendwann kommt das plötzliche Karriere-Aus – und der Typ wird weggesperrt. Eingeschlossen hinter einer Wand aus Glas. Jahrelang. Tag für Tag muss er ungeschützt die neugierigen Blicke seiner Besucher erdulden. Und vermutlich denkt er die ganze Zeit über daran auszubrechen. Dieser Tag wird kommen. Und wenn er kommt, dann… Dann wird sein Schaffen in einem großen Spielfilm verarbeitet.

Klingt ein bisschen wie das Leben von Hannibal Lecter und “Das Schweigen der Lämmer” – trifft aber auf jeden Fraggle ebenso zu.

Eigentlich war es hier nicht mein Hauptziel, den Verbleib von drolligen Puppen zu recherchieren. Aber nach dem letzten Herr-von-Bödefeld-Beitrag kamen diverse Nachfragen zu anderen Helden unserer Kindheit: Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt, Gordon, Bob, Susanne, Herr Huber (alte Sesamstraße) oder eben nach dem Werdegang der Fraggles (weitere Vorschläge – auch zu Personen aus Fleisch und Blut – gerne mal nicht per Twitter oder Mail sondern hier, dann verlier ich sie nicht). Ich habe mir die Fraggles rausgepickt, um damit vorerst den Themenkomplex “Puppen in Rente” zu schließen. Und die aufregende Nachricht vorab: Die Fraggles kehren zurück!

Natürlich gehören auch die Fraggles zur großen Jim-Henson-Familie. Und obwohl “Tier” aus der Muppet-Show schon als musikalischer Rebell galt, legten die Fraggles noch eine Schippe drauf. Oder wer hat es bislang sonst geschafft, xavier-naidoo-hafte Songtexte mit Jodel-Einlagen zu verfeinern? Unerreicht ist auch bis heute der Wissensschatz der allwissenden Müllhalde Marjorie, die als Orakel diente. Mir waren sie allerdings manchmal zu hektisch.

Zwischen 1983 und 1987 gab es fünf Fraggles-Staffeln im kanadischen Fernsehen. In Deutschland zeigte das ZDF 85 Folgen (Quelle: Wikipedia). Die erste gute Nachricht für Fraggle-Fans: Noch immer werden die Folgen unregelmäßig wiederholt. Auf Anixe HD kann ich die Serie offenbar abonnieren (ich hab’s nicht), der Junior-Kanal hatte die Fraggles zumindest bis vor kurzem noch im Programm (hier kann man einen Antrag auf Wiederaufnahme ins Programm stellen).

Wiederholungen hin oder her: Die Schauspieler waren natürlich auf einen Schlag arbeitslos und viele von ihnen landeten, wie oben bereits angedeutet, hinter Glas (rechts das Schock-Foto).

Mit diesem Foto wirbt "Jim Henson Legacy" für die Ausstellung

Mit diesem Foto wirbt "Jim Henson Legacy" für die Ausstellung

Wer also acht Dollar und ein Flugticket nach Atlanta zur Hand hat, kann die Fraggles persönlich im Center for Puppetry Arts besuchen – in der Ausstellung “Jim Henson: Wonders from his Workshop”. Die Info, die man schnell online findet, dass diese Ausstellung 2009 ausläuft, stimmt übrigens nicht.

Wer nicht so weit reisen will und dennoch eine tiefe Fraggle-Sehnsucht verspürt, wird sich über diese Nachricht freuen: Derzeit wird an einem Fraggle-Kinofilm gearbeitet! Seit 2005 laufen schon die Planungen. Bislang ist nur bekannt, dass  GoboWembleyMokey und Boober ein Abenteuer außerhalb ihrer Höhlengänge erleben und auf Menschen treffen. Aktuell ist die Rede davon, dass der Film 2011/2012 in die Kinos kommt – vorher schielte man schon mal auf 2008 oder 2009. Eine schöne Historie dazu mit “Macher”-Zitaten gibt es hier.

Den Fraggles geht es also prima und sie starten (hoffentlich) von Neuem durch. Wer selbst die Wartezeit nicht mehr aushalten kann, dem empfehle ich einen Blick auf YouTube (hier das Original-Intro). Ich habe jedenfalls seit mehreren Minuten wieder den guten, alten Ohrwurm: Singt und schwingt das Bein… Klatsch Klatsch… Lasst die Sorgen Sorgen sein…